Pauschale Werbungskosten

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Werbungskosten sind aus Sicht des Steuerpflichtigen ein Segen: Sie reduzieren die zu versteuernden Einkünfte, sodass am Ende mehr Brutto vom Netto bleibt.
Doch was genau sind Werbungskosten? Und welche Ausgaben lassen sich zu den Werbungskosten zählen? Hier erfahren Sie, wie Sie mit der Anmeldung von Werbungskosten Steuern sparen können.

Zunächst einmal sind Werbungskosten entgegen der gängigen Meinung keine Steuervergünstigungen. Viel eher findet das Nettoprinzip Anwendung: Einkünfte werden netto – das heißt: Abzüglich der notwenigen Aufwendungen versteuert. Für Sie heißt das konkret, dass wenn Sie arbeiten gehen oder andere Einkünfte haben, sie mit Sicherheit Ausgaben tätigen müssen, um die Einkünfte zu erwirtschaften. Diese „Investition“ müssen Sie nicht versteuern. Dieser etwas abstrakte Begriff der „Investition“ kann in der Realität sehr unterschiedliche Ausprägungen annehmen doch dazu unten mehr.

“Werbung” wie in “Erwerben”

Werbungskosten haben nichts (oder zumindest nicht zwingend) mit Werbung zu tun! Der Begriff kommt vom Wort „erwerben“ und soll widerspiegeln, dass sie Ausgaben erfassen sollen, die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen (§ 9 EStG) getätigt werden.

Wann entstehen Werbungskosten?

Nur wenn Einkünfte erwirtschaftet werden, können – steuerrechtlich gesehen – auch Werbungskosten entstehen. Gewinne von Unternehmen beispielsweise stellen keine Einkünfte dar. Hier können demnach keine Werbungskosten entstehen.
In Deutschland zählen die folgenden Einkunftsarten:

  • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (bis 2008)
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Sonstige Einkünfte

Die gesetzliche Grundlage hierfür bieten die Paragraphen 19 bis 22 des Einkommenssteuergesetzes (EStG).
Die Werbungskosten ließen sich nur bis einschließlich 2008 von Einkünften aus Kapitalvermögen abziehen.

Was zählt zu den Werbungskosten?

Im folgenden sehen Sie eine Liste mit grundsätzlich abzugsfähigen Ausgaben:

  • Bewerbungskosten
  • Fortbildungskosten
  • Kontoführungsgebühren
  • Internetanschluss
  • Beiträge zu Berufsverbänden (Gewerkschaftsbeiträge)
  • Prozesskosten bei Verfahren vor dem Arbeitsgericht
  • die berufliche Haftpflichtversicherung
  • der berufliche Anteil an einer Rechtsschutzversicherung
  • der berufliche Anteil an einer Unfallversicherung
  • Kosten für Arbeits- und Dienstbekleidung
  • Kosten für Arbeitsmittel (Werkzeug, Bücher, Bürobedarf)
  • Kosten für ein Arbeitszimmer und dessen Ausstattung
  • Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Entfernungspauschale)
  • Kosten der doppelten Haushaltsführung

Bitte beachten Sie, dass es bei manchen dieser Posten einen gewissen Interpretations-Spielraum gibt. Fragen Sie im Zweifelsfall beim Finanzamt oder bei Ihrem Steuerberater (sofern vorhanden) nach.

Werbungskostenpauschbetrag

Um sich übermäßigen Verwaltungsaufwand zu ersparen, hat der Gesetzgeber den sogenannten Werbungskostenpauschbetrag eingeführt. Dieser wirkt als Untergrenze unter der es sich nicht lohnt Rechnungen und Belege einzureichen. Das heißt also für Sie: Erst wenn Sie über den Pauschalbetrag (siehe unten) kommen, müssen Sie Belege an das Finanzamt übermitteln.

Werbungskosten-Pauschbetrag 2012

Wenn Sie ein aktiver Arbeitnehmer/in sind, steht Ihnen ein Pauschalbetrag von 132,-€ pro Jahr zu.

Arbeitnehmerpauschbetrag 2012

Oftmals wird der Arbeitnehmerpauschbetrag fälschlicher Weise als Werbungskostenpauschbetrag bezeichnet. Tatsächlich sind das aber zwei völlig verschiedene Dinge!

Die jeweils geltende Pauschale entnehmen Sie bitte der folgenden Liste:

  • 2010: 920,-€
  • 2011: 1000,-€
  • 2012: 1000,-€

Image: nuttakit / FreeDigitalPhotos.net


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